Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler der Förder-, Haupt-, Werkreal-, Gemeinschafts- und Realschulen

Berufsorientierungsprogramm BOP

Jugendliche haben häufig noch unklare Vorstellungen vom späteren Berufsleben. Im Rahmen von Förderprogrammen zur vertieften Berufsorientierung soll ihnen der Übergang von der Schule in eine duale Berufsausbildung erleichtert werden.

Das Berufsorientierungsprogramm BOP ist für Schüler und Schülerinnen der Klassen 8 entwickelt worden, die als Grundlage bereits an der Kompetenzanalyse "Profil AC"  teilgenommen haben.

Die Maßnahme findet im Rahmen der Förderprogramme „Pro Beruf“ des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, sowie „Berufsorientierungsprogramm“ des Bundesinstituts für Berufsbildung in Kooperation mit Schulen des Ostalbkreises und darüber hinaus statt.

BOP: Drei Bausteine

1.  Praktische Erprobung an Werkstatt-Tagen
In einer Testwerkstatt lernen die Schüler und Schülerinnen an zwei Tagen ihre beruflichen Basiskompetenzen kennen. Selbsteinschätzungsbögen vervollständigen das Bild der individuellen Neigungen und Fähigkeiten.
2.  Praktika in den Ausbildungswerkstätten
Anschließend können die Schüler und Schülerinnen in mindestens vier Kurzpraktika (Dauer ein oder zwei Tage) in einer Ausbildungswerkstatt ihre Berufsorientierung vertiefen.
3.  Pädagogische Begleitung und berufliche Information
Die Schüler und Schülerinnen werden über die gesamte Maßnahme hinweg von berufsdiagnostisch und pädagogisch geschulten und erfahrenen Ausbildern begleitet. Im Gespräch mit den Erziehungsberechtigten werden Möglichkeiten der weiteren Orientierung und Vorgehensweisen hin zur Berufsfindung erläutert. Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Berufsfeldern stehen zur Verfügung.

Kompetenzprofil und Teilnahmebescheinigung

Alle Schülerinnen und Schüler erhalten zum Abschluss ein eigenes Kompetenzprofil, schriftliche Beurteilungen ihrer Kurzpraktika und ein Teilnahmezertifikat, das für die weitere Praktikumssuche und Bewerbungen genutzt werden kann.

Infos, Kosten und Anmeldung

Das Berufsausbildungswerk Ostalb bietet im Standort Aalen seit Mai 2009 fortlaufend das Berufsorientierungsorientierungsprogramm (vormals "Azubi in Spe") an.
Die Anmeldung erfolgt durch die Lehrer und Lehrerinnen direkt beim BAW Aalen. Die Planung des Berufsorientierungsprogramms erfolgt in Absprache zwischen Schulen und dem Berufsausbildungswerk. Die Durchführung erfolgt blockweise in zwei Schulwochen. Die Maßnahme ist komplett finanziert. Die Kosten für Verpflegung, Anfahrt und Kleidung sind vom jeweiligen Teilnehmer selbst zu tragen.
Für weitere Infos und den aktuellen Stand wenden Sie sich bitte an unsere Ansprechperson.

Gefördert von

10 Jahre Berufsorientierungsprogramm am Berufsausbildungswerk (BAW) Ostalb

BOP auch nach 10 Jahren noch ein Erfolgsmodell

 

Jugendliche haben häufig noch unklare Vorstellungen vom späteren Berufsleben. Im Rahmen von Förderprogrammen zur vertieften Berufsorientierung soll ihnen der Übergang von der Schule in eine duale Berufsausbildung erleichtert werden. Das Berufsausbildungswerk (BAW) Ostalb bietet am Standort Aalen seit Mai 2009 fortlaufend das Berufsorientierungsprogramm BOP (vormals „Azubi in Spe") an. Seitdem wurden dort bis Schuljahresende 2019 3469 Jugendliche in ihrem Berufswahlprozess unterstützt. Am Standort Schwäbisch Gmünd findet das BOP mit ähnlichen Teilnehmerzahlen seit Sommer 2010 statt.

 

Dem Opa hat er schon mehrfach geholfen, sich dann aber selbst auf elektronischem Gebiet ausprobieren zu können, macht Jakob noch mehr Spaß. „Es ist interessant, man bekommt einen beruflichen Einblick und man lernt, dass es mehr als Kabel verlegen ist“, erzählt der 13-Jährige. Der Schüler der Alemannenschule Hüttlingen gehört zu den rund 430 jungen Menschen, die in diesem Schuljahr am BAW Ostalb -Standort Aalen das BOP nutzen. Und wenn wir schon einmal bei Zahlen sind: Jakob ist der mittlerweile 3333. Schüler im Berufsorientierungsprogramm, seit es vor zehn Jahren am Standort Aalen initiiert wurde.

Stolz auf positive Rückmeldung

Und noch etwas unterscheidet ihn von den meisten Gleichaltrigen: Jakob hat schon eine berufliche Richtung vor Augen. Der Gemeinschaftsschüler möchte aktuell Forstwirt und Landmaschinenmechaniker werden und bei der Feuerwehr arbeiten. Immerhin hat er schon drei Jahre Erfahrung bei der Jugendfeuerwehr gesammelt – und in den Ferien verschiedene Praktika absolviert. Im Rahmen von BOP entschied er sich im BAW für Kurzpraktika in den Bereichen Metall, Holz, Farbe und Elektro. Besonders gut hat es Jakob in der Metallwerkstatt gefallen. Dort habe er auch ein positives Feedback vom Ausbilder erhalten, berichtet er stolz. Den langen Arbeitstag durchzuhalten (8 bis 16 Uhr inklusive Pausen), sei für ihn kein Problem „es macht ja Spaß“. „Vermisst du etwas oder hast du einen Vorschlag, welchen Beruf wir noch vorstellen können?“, fragt BOP-Projektleiter Frank Sauermann. „Forstwirt“, schlägt Jakob nach kurzer Überlegung vor. Denn in Zeiten des Klimawandels sei die Wald- und Landschaftspflege von wachsender Bedeutung.

Gewachsene Berufspalette zum Ausprobieren

Stetig gewachsen ist auch die Zahl der Berufsfelder, die die Schüler/-innen im BOP ausprobieren können. Konnte zu Beginn vor zehn Jahren zwischen Hauswirtschaft, Holz, Metall, Farbe und Verkauf gewählt werden, sind mittlerweile die Bereiche Hotel- und Gastgewerbe, Bau, Elektro, IT, Wirtschaft und Verwaltung, Lager und Logistik, Optik, Trockenbau, Erziehung und Gesundheit sowie Floristik und Gartenbau dazugekommen. Zudem seien in zehn Jahren Berufsorientierungsprogramm differenzierte Angebote für Förderschulen, Gemeinschafts- und Realschulen, für Geflüchtete, für Schulen aus der Erziehungshilfe und für junge Menschen mit Autismus geschaffen worden, fügt Frank Sauermann hinzu.

Individualisierung als Herausforderung

Ein Fakt, den auch Ralf Meiser hervorhebt. „Das BAW deckt im Rahmen des BOP nicht nur die Schwächeren ab“, sagt der Schulleiter der Alemannenschule Hüttlingen. Die Berufsorientierung sei an Schulen schon immer ein zentraler Punkt gewesen – und „mehr als Sägen und Feilen“. An den Gemeinschaftsschulen gebe es eine große Bandbreite an Schülern. Die Individualisierung spiele eine große Rolle und es sei eine Herausforderung, es auf den Weg zu bringen, dass Schüler/-innen in einer Klasse unterschiedliche Abschlüsse machen können. Dafür sei BOP von enormer Bedeutung. „Wir müssen in Klasse 8 schauen, wo die Stärken der Schüler/-innen liegen, und es dann schaffen, für jeden den passenden Weg zu finden“, beschreibt Meiser das Ziel. Deshalb schicke er alle Achtklässler zur Berufsorientierung ins BAW – in diesem Schuljahr insgesamt 40 Schüler/-innen.

Praktika – wertvoll und bereichernd

Der Rektor brennt für das Thema Berufsorientierung nicht erst seit heute. Schon vor Jahren als Konrektor der Schillerschule Aalen habe er die intensive Zusammenarbeit mit dem BAW-Standort Aalen schätzen gelernt. Die Praktika im Berufsorientierungsprogramm sieht Ralf Meiser als „wertvoll, bereichernd, verpflichtend und wichtige Grundlage für das Weiterkommen“. Und er betont: „Praktika in den laufenden Betrieb einzufügen ist nicht leicht, funktioniert aber im BAW hervorragend.“

Die Berufsorientierung für Schüler/-innen der Förder-, Haupt-, Werkreal-, Gemeinschafts- und Realschulen mit BOP im BAW Ostalb ist schon fast ein Selbstläufer. Im Mai 2009 als Pilotprojekt unter dem Namen „Azubi in spe“ mit drei Schulen gestartet, sind die Teilnehmerzahlen stetig gestiegen. Im laufenden Schuljahr – nun unter dem Projekttitel BOP – haben sich 20 Schulen mit 469 Schüler/-innen angemeldet. Und: Alle erhalten ein Feedback. „Wichtig ist, dass Eltern und Kinder in einem Gespräch Rückmeldung bekommen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen“, sagt Frank Sauermann. Und ist mit den Gedanken schon bei der Vorbereitung von BOP 2020 – dann nach neuen Richtlinien.